Kleiner Rückblick


Kommt man nach Wiershausen, findet sich der Ort in einem zur Werra hin offenen Kessel geborgen, umgeben von überwiegend Laubholzwaldungen der angrenzenden Forsten.

Der Ort ist sicher älter als die erste urkundliche Erwähnung es ausweist.. Hügelgräber aus keltischer Zeit weisen als Zeitzeugen darauf hin.
Eine Schenkungsurkunde von Kaiser Otto III aus dem Jahr 990 n. C. belegt die Schenkung an das Kloster Hilwartshausen und war den Menschen in unserem Dorf Anlass und Grund, im Jahre 1990 das 1000 jährige Bestehen dieses Dorfes zu begehen.

Weitere urkundliche Aufzeichnungen sind erst aus der Reformationszeit bekannt. Erkenntnisse und Nachweise über die Bewohner und deren Schicksale gehen letztlich aus dem Kirchenbüchern hervor, die seit 1668 existieren.

Als Lebensgrundlage der Menschen gewann im Laufe der Zeit die Leineweberei an Bedeutung. Dieser Erwerbszweig konnte sich neben den bäuerlichen Betrieben und den zahlreich ausgeführten Handwerken bis zum Ende des 19. Jahrhunderts behaupten. Die Wichtigkeit des Leineweberhandwerks für die Menschen in diesem Dorf wird von der Gründung einer eigenen Zunft unterstrichen.

Dieser Tradition wird noch heute mit Anerkennung gedacht. Ein Weber-schiffchen bildet neben dem Kreuz und zwei Ähren das herausragende Element im Wappen unserer Gemeinde.

Eine rasante Entwicklung in Bezug auf die Einwohnerzahl erfuhr der Ort nach dem zweiten Weltkrieg. Evakuierte oder ausgebombte Menschen fanden ebenso wie Flüchtlinge aus anderen Regionen Unterkunft in Wiershausen. Die Einwohnerzahl stieg vorübergehend auf über 1000 Menschen an. Heute leben ca. 750 Menschen in unserem Dorf in ca. 230 Häusern. Diese Häuser werden von der weithin sichtbaren St. Petri Kirche überragt, nicht nur baulich der Mittelpunkt dieses Dorfes.

Erwerbsquellen im Dorf bieten heute neben zwei Geschäften, ein Vollerwerbs- und einigen Nebenerwerbsbetrieben im landwirtschaftlichen Bereich eine Reihe von mittelständischen Handwerksbetrieben mit teilweiser überregionaler Bedeutung. Die überwiegende Zahl der Einwohner geht heute allerdings einer Tätigkeit in den benachbarten Städten nach.
Das Interesse der Menschen aneinander und den Zusammenhalt untereinander lassen sich auch durch das aktive Vereinsleben in unserem Dorf unterstreichen. Neubürger sind willkommen im

Sportverein mit ca. 400 Mitgliedern
Feuerwehrverein mit ca. 180 Mitgliedern
Schützenverein mit ca. 140 Mitgliedern
Gesangverein mit ca. 115 Mitgliedern
Heimatverein mit ca. 110 Mitgliedern

der Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes mit ca.100 Mitgliedern und bei den Traktor- Oldtimer- Freunden mit ca. 26 Mitgliedern. Diese Gruppe von Männern, Frauen und Jugendlichen aus Wiershausen hat den Namen des Dorfes bundesweit bekannt gemacht. Alle zwei Jahre steht Wiershausen ganz unter dem Zeichen alter Motoren und Traktoren und so manch sonderbarem Gefährt aus längst vergangenen Tagen.

Die Frauen in Wiershausen finden sich u.a. zusammen in der Gruppierung der Landfrauen mit ca. 60 Mitglieder und der sog. "Spinnstube". Hier werden generationenübergreifend über das Jahr hinweg Handarbeiten angefertigt und auf Basaren angeboten. Der Erlös -über die Jahre mehrere Zehntausend DM- ging fast ausnahmslos an das Elternhaus für krebskranke Kinder in Göttingen.

Einrichtungen wie die Feuerwehr und seit 1994 auch der Kindergarten sind feste Kulturträger in unserem Dorf. Mütter- und Krabbelkinder treffen sich regelmässig, ebenso die Gruppen, die sich unter kirchlicher Leitung zusammengefunden haben. Hier bieten ein Frauen-, ein Männer- und ein Seniorenkreis neben den "Spellhofkomödianten" - einer Theatergruppe - den Menschen Anregung und Abwechslung.

Die Pflege des Dorfbildes erfolgt ehrenamtlich durch Frauen und Männer des Heimatvereins und natürlich den Bewohnern Wiershausens. Für die ausserhalb des Ortes liegenden Anlagen wie den Grillplatz, den Schalenstein, "Krafts- Denkmal" und einer Schutzhütte an den "Drei Eichen" haben die Vereine Patenschaften übernommen.

Einrichtungen wie das Sporthaus, das erweiterte Feuerwehrgerätehaus, die Tennisplätze, die überwiegend in Eigenregie entstanden sind,, werden heute wie neuerdings auch der Bereich der "Alten Schule" von den Vereinsmitgliedern verantwortlich gepflegt.


Rolf Zuber
Ortsheimatpfleger

 

Seitenanfang