Traktor-Oldtimer-Freunde ("TOF")
Treffen am 17./18.05.2003
Bilder zum Vergrößern bitte anklicken -Artikel HNA v. 19.05.03-


(Textabschrift)

Zwischen Holzgas und Glühköpfen
 
WIERSHAUSEN. Dieselduft, nostalgisches Blech und robuste Technik zogen am Wochenende wieder tausende Schaulustiger zum Oldtimer-Traktoren-Treffen nach Wiershausen − ein Stelldichein von über 300 ländlichen Fahrzeugen der Vergangenheit. Zwischen Holzgas und Glühköpfen schlagen die Herzen der Fans regelmäßig hoch und höher. Markennamen wie Lanz, Hanomag, Deutz, Eicher und Fendt aus Deutschland, Marshalls aus England, Ursus aus Polen, Landinis aus Italien, Case aus den USA und viele andere lassen sie auf der Zunge zergehen.

Auch diesmal glänzten die Oldtimer auf der Osterwiese um die Wette. Schon am Freitagabend treffen die ersten Besitzer aus allen Himmelsrichtungen ein, laden ihre Schätze ab und machen es sich im Fahrerlager gemütlich. Am frühen Samstagmorgen beginnt dann der Run auf das Ausstellungsgelände, der sich am Sonntag fortsetzt. Neben Generationen von historischen Traktoren sind Sägen zu sehen, stationäre Motoren und Landmaschinen

Menschentrauben bilden sich überall dort, wo Traktorliebhaber unter großer Lärm- und Rauchentwicklung ihrer Lieblinge anwerfen. So auch bei der Dampfzugmaschine des Fabrikates Case. Normalerweise steht dieses seltene Stück mit Baujahr 1897 im Traktorenmuseum in Kempen. Lars Sroka ist der Fahrer und beantwortet geduldig eine Frage nach der anderen. „Überwiegend mit Kohle, aber auch mit Holz wird diese neun PS starke Maschine befeuert“, erklärt er. Maximal sei eine Schrittgeschwindigkeit zu erreichen. Nach gut 20 Minuten ist sie fahrbereit und Sroka steuert sie zu einem Lanz Dreschkasten aus dem Jahre 1934. Dieser wird nun von der Dampfzugmaschine angetrieben. Auf dem Kasten stehen Männer, die eifrig Getreidegarben in eine Vorrichtung stecken, die sie am anderen Ende der Maschine ausgedroschen wieder herausnehmen. Das Dampfdreschen ist nur eine von vielen Vorführungen. Ebenso findet ein Wettpflügen großen Anklang. Man sieht: die Technik von gestern funktioniert auch heute noch.

Ein Stück weiter steht ein Lanz HM Mops von 1923. „Von diesem Modell wurden nur 250 Stück gebaut, zwölf existieren noch“, erzählt Besitzer Michael Martin aus Kaufungen. „Mit einer benzinbetriebenen Heizlampe wird vorgeheizt, damit der Dieselkraftstoff Zündtemperatur erreicht.“

Daneben steht Dennis Wenzel aus Lippoldshausen mit einem Traktor Marke Eigenbau, der mit einem Wartburg-Motor läuft. Aus der ehemaligen DDR hat er ihn gekauft und zurecht gemacht.

Beim Betrachten des Raupenstock von Mario Günther aus Wiershausen staunen selbst ausgewiesene Oldtimer-Experten. Der Traktor auf Raupenketten stammt aus dem Jahr 1925. Mit weltweit nur sieben Exemplaren gehört Günthers Traktor zu einem der seltensten auf dem Ausstellungsgelände. Bedient wird er mit Kupplungsbremshebeln. „Als dieses Teil 1993 in meinen Besitz gelangte war es ein Schrotthaufen“, erzählt er. Nach einem Jahr Restaurierungszeit ist daraus ein wahres Schmuckstück in grün-roter Lackierung geworden.

Anbei einige Bilder vom TOF 2003 (zum Vergrößern bitte Anklicken)
Besten Dank an Ulli Apel, der die Bilder zur Verfügung gestellt hat!

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