|
Besonders kennzeichnend für die Ortschaft Wiershausen ist ihre
Lage, umgeben von bewaldeten Anhöhen, die sich nur zur benachbarten
Ortschaft Lippoldshausen, zum Werratal hin, öffnet. Der größte Teil
dieses Waldes befindet sich im Eigentum der Realgemeinde- und Forstgenossenschaft
Wiershausen.
Die Realgemeinden gehen zurück
auf die mittelalterliche Flurverfassung. Diese besagt, dass alle mit
einer Hofstätte und Grundeigentum im Dorfe eingesessenen Bauern ein
gemeinsames Nutzrecht an der „gemeinen Mark“ haben. Mitglieder der
Realgemeinde ist heute derjenige, der eine Berechtigung hat, die auf das
Eigentum an einer dieser frühen Hofstellen der Ortschaft zurückgeht.
Der Waldbesitz der Realgemeinde und
Forstgenossenschaft Wiershausen verteilt sich zur Zeit auf 67 Mitglieder mit
insgesamt 63 Anteilen. 59 Mitglieder haben je einen „vollen“ Anteil, 8
Mitglieder haben jeweils einen halben Anteil. Die Anteile beinhalten
Rechte bei der gemeinschaftlichen Nutzung des Waldes, mit denen aber
auch Verpflichtungen einher gehen können.
Der
Wiershäuser Genossenschaftswald
erstreckt sich von der Ortschaft aus in nordöstlicher Richtung vom
„Ziegenbusch“, an der Verbindungsstraße Wiershausen – Meensen, über den
Fuchsberg, weiter in westlicher Richtung über den Staufenberg und der
Verbindungsstraße nach Hann. Münden hinweg bis hin in südlicher Richtung
zum Abhang hinab ins Werratal. Dort am Kramberg und in westlicher
Richtung grenzt er an den Stadtwald Hann. Münden. In nordöstlicher bis
nordwestlicher Richtung grenzt er an die Wälder der Genossenschaften von
Lippoldshausen, Meensen und Scheden.
Die gesamte Fläche beträgt,
einschließlich einiger zur weiteren Neuaufforstung in den nächsten
Jahren vorgesehener Flächen rund 195 ha. (1 ha = 10.000 m²). Knapp 20 ha
davon sind in den letzten rund 15 Jahren neu aufgeforstet worden.
Der Waldbestand gliedert sich wie
folgt auf: 65 % Buche, 20 % Fichte, 4 % Eiche, 4 % Lärche, 2 % Kiefer,
die restlichen 5 % entfallen vorwiegend auf Edellaubhölzer in den
Aufforstungen.
Besondere Aussichtspunkte
im und am Wald sind sowohl der „Chamissoblick“ auf die Autobahn- und
Bahnbrücke über die Werra als auch der Grillplatz mit Hütte „Am
Staufenberg“, von wo man einen herrlichen Blick über mehrere Ortschaften
hinweg weit ins Werratal hat. Besonders gut kann man die Ortschaft
weiterhin von der Schutzhütte am Meenser Weg überblicken. Eine
Besonderheit ist weiterhin der „Schalenstein“, ein frühzeitiger
Opferstein, welcher direkt vor einem alten Hügelgrab liegt.
Bilder auch in der Galerie!!
In der
Bewirtschaftung des
gemeinschaftlichen Waldes werden die Forstgenossen, insbesondere der
nach der Satzung gewählte Vorstand, vom Niedersächsischen Forstamt
Kattenbühl unterstützt. Die wesentlichen Entscheidungen werden stets in
gemeinsamer Abstimmung getroffen.
Die Waldbewirtschaftung erfolgt
„nachhaltig“, dass heißt, es wird nicht mehr Holz geschlagen als auch
nachwächst. Für den Wiershäuser Genossenschaftswald gilt aufgrund der
Neuaufforstungen der letzten Jahre sogar das Gegenteil. Aufgrund der
zudem „umweltschonenden“ Bewirtschaftung und eingehaltener Standards ist
die Forstgenossenschaft seit Juli 2001 nach dem deutschen PEFC–System
zertifiziert.
Nach den Plandaten des Betriebswerkes
werden pro Jahr ca. 1.200 Festmeter Holz eingeschlagen. Ein Festmeter
(Fm) entspricht einem „vollen“ Kubikmeter Holz. Dagegen wird durch den
Begriff Raummeter (RM) die Menge von "lose" gestapelten (Brenn-) Holz
umschrieben. 1 FM entspricht in etwa 1,4 RM.
Das Holz
wird zum einen an Sägewerke verkauft. Einen Teil erhalten die Mitglieder
als „Berechtigungsholz“. Ein weiterer nicht unerheblicher Teil wird
schließlich auch an andere Interessenten abgegeben. Ganz überwiegend
handelt es sich hierbei um Brennholz für Privatpersonen.
Für diese besteht bei Interesse
grundsätzlich die Möglichkeit ihr Holz nach Einweisung als
„Selbstwerber“ selbst aufzuarbeiten. Nach Vorabsprache ist in
Zusammenarbeit mit der jeweils mit dem Holzeinschlag beauftragten Firma
aber auch die Abgabe in fertig gestapelten Haufen möglich. Im letzten
Jahr wurden insgesamt knapp 650 Raummeter Brennholz abgegeben.
Auskunft
zur Holzabgabe aber auch allgemeine Informationen gibt gerne der 1.
Vorsitzende der Realgemeinde und Forstgenossenschaft Wiershausen:
Stefan Günther
Hohler Weg 3
34346 Hann.Münden
Tel.: 05541-910456
|